BI-Studie der LMU München.Das IT-Beratungshaus Cirquent und Professor Arnold Picot von
der Ludwig-Maximilians-Universität München haben mit „BI Challenge“ eine Studie zum Einsatz von Business Intelligence (BI) durchgeführt. Bei der Befragung von über 150 Unternehmen aus den Branchen Banken, Versicherungen, Handel und Dienstleistung zeigte sich, dass BI als Managementtool ganz oben auf der Liste strategischer Themen steht.
Im praktischen Einsatz gibt es allerdings oft Defizite. Zwar genügt BI bei den befragten Unternehmen organisatorisch und technisch zumeist den Basisanforderungen. Doch neueren Konzepten wie Echtzeit-BI oder Auslagerung von BI-Funktionalität stehen die Befragten abwartend gegenüber. Eine wirkliche BI-Strategie findet sich in den Unternehmen eher selten.
Entstanden ist die Untersuchung „BI Challenge“ von Cirquent in Kooperation mit Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot, Leiter des Instituts für Information, Organisation und Management an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ihr Ziel ist, einen Einblick in den Reifegrad des Einsatzes von Business Intelligence in deutschsprachigen Unternehmen zu vermitteln. Darüber hinaus zeichnen die Autoren ein Bild davon, welches die heutigen und künftigen Herausforderungen an BI-Lösungen sind und wie sich die Unternehmen diesen Aufgaben stellen.
Business-Intelligence-Anwendungen sind aus Sicht der Befragten ein wesentlicher Faktor für leistungsfähiges Reporting und damit fester Bestandteil der IT-Unterstützung der Unternehmenssteuerung. Bei den meisten der befragten Unternehmen werden die fachlichen Basisanforderungen an das Reporting auch erfüllt. Allerdings werden verschiedene BI-Werkzeuge häufig nebeneinander eingesetzt. Dies führt zu Mängeln in Bezug auf Konsistenz, Datenqualität sowie Effizienz in der Bereitstellung der Berichte. Entsprechend hoch ist der Nachbearbeitungsaufwand, um zu einer einheitlichen und verbindlichen Interpretation der Daten zu kommen.
Nach Ansicht der befragten Unternehmen könnte eine zentrale Stelle für Business Intelligence zu mehr Leistung verhelfen, indem sie die Anforderungen über Hierarchieebenen und Unternehmensfunktionen hinweg abgleicht, priorisiert und umsetzt. Ein solches Business-Intelligence-Competencecenter fehlt aber oft. Zudem mangelt es nicht selten an einer BI-Strategie, die auf längere Sicht eine Verbesserung bewirken könnte.
Für viele der Befragten ist das effiziente Bereitstellen von BI-Berichten die zentrale Aufgabe. Zukunftsweisende Modelle wie etwa Closed Loop BI stoßen dagegen auf Skepsis, obwohl erkannt wird, dass der Bedarf an weitergehenden Analyse- und Reportingfunktionen wächst. An Entwicklungen wie Realtime-Reporting sind die teilnehmenden Unternehmen durchaus interessiert. Sie lassen allerdings erkennen, dass bislang keine großflächige Nutzung geplant ist.
Einer irgendwie gearteten Auslagerung von BI-Systemen und -Prozessen stehen die befragten Unternehmen kritisch gegenüber. Die Mehrzahl der Teilnehmer begründet dies mit dem Risiko, Unternehmensdaten in fremde Hände zu geben.
Insgesamt zeigen die Studienergebnisse, dass die Datenqualität in den teilnehmenden Unternehmen hinter den Anforderungen an ein leistungsfähiges Berichtswesen zurückbleibt.