Zuverlässige Sicherheitssysteme erschweren kriminelle Taten und ermöglichen der Polizei und anderen Sicherheitskräften eine schnelle Reaktion. Daher wirken sie auf potenzielle Täter abschreckend, die mit ihrer schnellen Überführung rechnen müssen. Dies gilt besonders für moderne Systeme: Sie überwachen und dokumentieren lückenlos alle Vorgänge im Außen- und Innenbereich eines Gebäudes. Gleichzeitig geben die Videobilder den ermittelnden Stellen wichtige Hinweise für die Fahndung und dienen als Beweismittel vor Gericht. Die Ergebnisse sind gute Fahndungserfolge und eine hohe Aufklärungsquote, die den Nutzen einer Videoüberwachung für Kreditinstitute eindeutig belegen.
Digitale Technologie
In den vergangenen drei Jahren hat der technologische Fortschritt in der Videoüberwachung an Geschwindigkeit zugenommen. Die Entwicklung digitaler Geräte erlaubt heute die Realisierung ausgereifter Aufzeichnungsarten, ausreichend langer Aufzeichnungszyklen sowie weltumspannender Bildübertragungen. Die Daten werden dabei über so genannte IP-Netzwerke (Internetprotokoll) übertragen, die auch für die Vernetzung von Computern im Einsatz sind. Der BHE erwartet, dass künftig die klassischen Alarmübertragungsnetzwerke abgeschaltet und Alarme ebenfalls über IP-Netze übertragen werden. Dies wird sich positiv auf die Entwicklung integrierter Lösungen für den Empfang von Videobildern und Alarmmeldungen auswirken.
Vorteile ergeben sich zum Beispiel bei der Aufschaltung auf eine Leitstelle bei der Polizei oder einem privaten Sicherheitsdienstleister. Beide Seiten haben schon länger den Bedarf, Alarmmeldungen per Videoüberwachung zunächst aus der Ferne zu verifizieren, um dann angemessen reagieren zu können. Voraussetzung dafür, dass solche integrierten Lösungen zuverlässig funktionieren, sind industrieweite Standards, die den Empfang der Videobilder von Übertragungsgeräten verschiedener Hersteller vereinheitlichen.
Aus Sicht des BHE sind dabei besonders jene Bemühungen erfolgversprechend, die von Arbeitskreisen auf internationaler Ebene ausgehen, in denen sich die weltweit agierenden Unternehmen engagieren, und die zugleich die deutschen Besonderheiten für solche Lösungen berücksichtigen.
„Intelligente“ Systeme
Für die aktuellsten technologischen Entwicklungen wird zunehmend der Begriff „intelligente Videoüberwachung“ benutzt. Hierunter versteht man zentrale Systemkomponenten, die automatisch erkennen und alarmieren sollen, wenn beispielsweise ein Kunde in der Bank eine Tasche abstellt und stehen lässt. Andere Systeme erkennen automatisch eine ungewöhnliche Menschenansammlung und alarmieren die zuständige Leitstelle. Dabei kommen Videosensoren zum Einsatz, die Veränderungen durch den Vergleich mehrerer aufeinanderfolgender Videobilder feststellen.
Nutzen der Technologie
Nur in Ausnahmefällen wird moderne Videoüberwachung einen Überfall oder Einbruch verhindern können. Zur Aufklärung von Verbrechen nimmt sie aber eine immer wichtigere Rolle ein. Langfristig gesehen kann eine durch die Videoüberwachung deutlich erhöhte Aufklärungsquote zu einem Rückgang der Kriminalität führen.
Videoüberwachung sollte daher vor allem im Hinblick auf Prävention und Verfolgung zentraler Bestandteil der Sicherung von Kreditinstituten sein. Die Erfolge bei öffentlichen Fahndungen mit Videobildern haben dazu beigetragen, die Skepsis der Bevölkerung gegenüber Videoüberwachung zu verringern. Umfragen zeigen, dass die Technologie in Deutschland immer mehr akzeptiert wird. Ihr Wert für die Abschreckung potenzieller Straftäter und die schnelle Aufklärung von Straftaten ist nachweisbar und wird von der Öffentlichkeit zunehmend anerkannt.
Autoren: Katharina Geutebrück und Michael Meissner, Vorsitzende und stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses Videoüberwachung im Bundesverband der Hersteller- und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen e.V. (BHE).